Big world, many opportunities of places to visit. Graphic: Sonja Kuhl

Routenplanung

Ich kann gehen wohin ich will und wann ich will. Das ist ein schwer zu begreifender, wenngleich großartiger Gedanke. Groß ist auch die Welt – und damit die die Möglichkeiten, was ich mir alles ansehen könnte. Wie ich eine Route für meine Weltreise geplant habe.


Es gibt Orte, an die ich schon immer mal reisen wollte, Empfehlungen von Freunden, Inspirationen auf Pinterest und Instagram. All das so miteinander zu verbinden, dass ich nicht mitten durch Krisengebiete fahren muss, gute Reisezeiten erwische und dennoch möglichst wenig fliegen muss, gleicht der Lösung einer hochkomplizierten Matheaufgabe. Zunächst musste Google Maps helfen. Ort für Ort habe ich dort eingetragen. Nach kurzer Zeit säumten etliche rote Markierungspunkte das digitale Kartenwerk. Und bis auf ein paar Ausreißer ergab sich eine recht klare Route:

Von Kanada mit einem Zwischenstopp in den USA nach Zentral- und Südamerika. Eine lange Strecke. Keine Flüge nötig. Ein Zwischenstopp in Neuseeland wäre auf dem Weg nach Asien drin. Und vor dort aus zurück nach Europa. Meine Wunsch-Route führt mich einmal um die ganze Welt. Das finde ich nun noch unbegreiflicher.

Die Recherche ging dann erst richtig los. Also losgegoogelt:

  • gute Reisezeiten
  • Visavoraussetzungen der Länder
  • nötige Impfungen
  • besondere Feiertage
  • Sicherheitsaspekte
  • Flugpreis
  • Lebensunterhaltskosten
  • Möglichkeiten der Fortbewegung

Ich fand heraus:

  • Nur weil zwei Länder auf meiner Wunschliste ihre Grenze teilen, heißt das noch lange nicht, dass es auch einen Bus oder Zug gibt, der über diese Grenze fährt.
  • Wenn es nach dem Auswärtigen Amt geht, sollte ich nicht einmal darüber nachdenken, Zentral- und Südamerika (alleine) zu bereisen (dazu mehr im nächsten Beitrag).
  • Mit Englisch komme ich in Zentral- und Südamerika nicht weiter.
  • Visa sind zum Teil richtig teuer.

Was hier schnell in ein paar Zeilen zusammengefasst ist, hat viele Abende vor dem Laptop gekostet. Ich habe schnell festgestellt, dass einfach drauflos fliegen bei einem solch großen Projekt kaum möglich ist. Zumindest, wenn Zeit und finanzielle Mittel limitiert sind. Diese ungefähre Planung im Vorfeld ermöglicht mir mehr Flexibilität vor Ort – hoffe ich zumindest. Und: Ich muss all die groben Eckdaten nicht vor Ort recherchieren, sondern kann die Reise unterwegs viel mehr genießen.

Ob die Route in einem Jahr machbar ist? Keine Ahnung. Ich kann mein Reisetempo überhaupt nicht abschätzen. Zwischen Januar und heute hat sich die Route einige Male geändert. Ich habe Länder von der Liste gestrichen und später doch wieder draufgesetzt. Dafür stehen andere drauf, an die ich zunächst gar nicht gedacht hatte. Zum Glück bin ich ja nicht fix an eine Tour gebunden, kann länger bleiben, wo es mir gefällt, und schnell weiterziehen, wenn ich mich unsicher fühle. Klar ist für mich nur eines: Ich starte in Toronto, Kanada. Die Aufregung steigt.

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