All self cooked: Chinese food in Toronto.

Kindness #2: Wenn Studentinnen aus China gemeinsam kochen

Chancen muss man ergreifen, hat mir mal irgendwer gesagt. Hab ich glatt gemacht, als mich eine chinesische Mitbewohnerin im Studentenwohnheim in Toronto zum spontanen Abendessen mit ihren Freundinnen einlud. Eine Geste der Freundlichkeit, die in einem lustigen und interkulturellen Abend endete.

In der Tartu College Student Residence in Toronto wohnen die Studenten in Suiten. Jede Suite besteht aus fünf oder sechs winzigen Einzelzimmern. Die Bewohner einer Suite teilen sich eine große Küche und zwei Bäder. Im Sommer können hier auch Touristen wohnen. Zwei Nächte habe ich in einer solchen Suite verbracht – und dabei ganz unerwartet ein Stück China erlebt.

Ich hatte gerade erst meinen Rucksack abgestellt, das Bett bezogen und den Blick aus dem 16. Stock auf die Skyline von Toronto genossen. Nun wollte ich raus auf die Straße, um ein wenig die Umgebung zu erkunden. Zeitgleich mit mir verließ eine junge Chinesin die Suite. Sie freut sich über Zuwachs auf der Etage – wenngleich nur für zwei Nächte. Die anderen drei Mädels in der Suite Studieren am College und sind Dauerbewohner, erfuhr ich. Wir verließen das Gebäude gemeinsam und gingen jede unseres Weges.
Als ich eine Stunde später zurückkehrte, begegnete ich der Studentin erneut. Sie und eine weitere Bewohnerin der Suite hätten Freunde zum gemeinsamen Kochen und Essen eingeladen, sagte sie. Ich sei herzlich eingeladen, dazuzukommen. So saßen wir zwei Stunden später in der überhitzten Küche (eine Klimaanlage gab’s nicht), die Studentinnen kochten, erzählen von ihrem Studentenleben und von China, wollten alles über meine Reise wissen. Es gab Tofu, frittiertes Hähnchen, Gemüse, Reis – und Eistee, den ich beigesteuert hatte. Mit so ganz leeren Händen wollte ich dann doch nicht dastehen.

Gabel statt Stäbchen

Zum Essen durfte ich die einzige in der Suite vorhandene Gabel nutzen. Wir tauschten uns über komisches Essen in unseren Heimatländern aus. Ich erwähnte Hühnerfüße als etwas, das ich sehr seltsam finde und erntete dafür Gelächter. Die Mädels fanden Knödel komisch, und das kann ich nun wieder gar nicht verstehen. Kurz gesagt: Es war ein sehr netter, lustiger und inspirierender Abend.
Ich selbst durfte an diesem Abend eine Geste der Freundlichkeit erfahren. Ohne mich zu kennen und mit dem Wissen, dass ich nur kurz bleibe, haben mich die Studentinnen eingeladen, ihr Abendessen und ihre Zeit mit mir geteilt und mich um eine schöne Erfahrung bereichert. Danke!

Random Acts of Kindness – Freundlich sein, einfach nur so
Ich habe auf meinen Reisen zwei Dinge gelernt:
1. Oft geben diejenigen am meisten, die selbst am wenigsten haben.
2. Es gibt überall freundliche Menschen. Hinter selbstlosem Handeln steht oft eine Geschichte. Sie verdient es, erzählt und gesammelt zu werden als Random Acts of Kindness.
Inspiriert von @TheKindnessGuy

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*