Ein Tuk-Tuk-Fahrer macht Pause am Tha Pae Gate.

Fast, wie nach Hause zu kommen

Es ist ein gutes Gefühl zurück zu sein im Land des Lächelns. Ein erster Tag zwischen Tempeln, Märkten und Mango Sticky Rice.

Die Durchsage der Stewardess vor Landung in Chiang Mai ist deutlich: Menschen mit grippeähnlichen Symptomen oder Erkrankungen des Lufttrakts sollen sich unbedingt bei den Gesundheitsbeamten melden. Der etwa Vierjährige zwei Reihen schräg hinter mir hat den ganzen Flug hindurch gehustet (während sein Babygeschwisterchen den Herrn vor mir mit seinem Geschrei in den Wahnsinn getrieben hat). Ob die Familie sich tatsächlich gemeldet hat, weiß ich nicht. Dass das Corona-Virus in Thailand ein Thema ist, nun schon.

Schon aus der Luft glänzen erste goldene Tempeldächer in der Sonne. So ein wenig sieht dieser Teil von Chiang Mai nach nordamerikanischer Vorstadt aus, in der sich baugleiche Einfamilienhäuser aneinanderreihen. Meine Vorfreude ist riesig, denn eigentlich stand Thailand gar nicht auf meiner Reiseliste. Vor zwei Jahren, während meines ersten Besuchs in Asien, habe ich den Süden des Landes bereist, Essen, Natur, Märkte, Menschen, Trubel genossen. Ein super günstiger Flug hat mich Unentschlossene vor zwei Wochen wieder hergeführt. So geht’s in rasender Geschwindigkeit mit dem Tuk Tuk vom Flughafen zum Hostel in die Stadt. Der Fahrer telefoniert. Blumen, warme Luft – eine Wohltat nach kalten, verregneten und verschneiten Tagen in Kanada. Und ich denke mir, dass es kaum zu glauben ist, dass beide Orte auf demselben Planeten liegen.

Mango, Kokosnussmilch und Klebreis: sooo lecker.
Mango, Kokosnussmilch und Klebreis: sooo lecker.

Es riecht warm, ein wenig süßlich und fies nach Durian (Stinkfrucht), Abwasser und etwas Gebratenem vom Straßenhändler. Über mir surren die Stromkabel, während ich mich über eine Portion Mango mit Klebreis und Kokosnussmilch hermache. First things first.

Topfit trotz langem Flug

Fast 20 Stunden hat die Reise von Vancouver via Taipeh nach Chiang Mai gedauert. Dennoch bin ich topfit, fühle mich geradezu energetisch und muss einfach raus aus dem Hostel, bummle zwischen bunten Hosen, Holzelefanten und Frittiertem über Märkte, eine fette Ratte läuft über den Weg, Thais lächeln, Touristen shoppen und fotografieren, und mache einen Abstecher in einen Tempel (nicht auf die Schwelle treten, das bringt Unglück). Welch einen Kontrast es hier gibt zwischen Trubel und meditativer Stille nur Meter voneinander entfernt. Nach nur einem halben Tag stellt sich bei mir ein Gefühl des Nach-Hause-kommens ein. Die westliche Welt könnte nicht nur geographisch kaum weiter weg sein.

Ich gebe zu: Am späten Nachmittag macht sich dann doch die Müdigkeit breit. Höchste Zeit für ein rotes Thai Curry – mein absoluter Favorit. In Nun’s Restaurant gibt es das mit Thai Aubergine. Erinnert ein wenig an Feigen, schmeckt aber himmlisch. Und am besten ist Rotes Curry ohnehin, wenn irgendwann die Grenze zwischen scharf und heiß verschwimmt. Dabei ist es auch so schon warm genug: Um 18:30 Uhr zeigt das Thermometer noch 31 Grad. Zeit, im klimatisierten Hostelzimmer schlafen zu gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*