Ein stilles Örtchen am Waldrand bauen

Kanadier stehen auf Outhouses. Immer wieder bin ich den Outdoor-Klos auf meiner Reise durchs Land begegnet. Besonders beliebt sind Kompost-Klos. Bei den Fletchers, meiner dritten Wwoof-Station, durfte ich mithelfen, eines zu bauen.


Guy Fletcher liebt es, mit den Händen in der Erde zu arbeiten. „Das ist ein Weg, um mit unserem Planeten in Kontakt zu treten.“ Naturbewusstes und ökologisches Leben ist der Familie wichtig (siehe auch HIER). Das gilt auch für das stille Örtchen. Ein Klo am Waldrand, etwas versteckt, aber doch gut zugänglich, steht schon seit Längerem auf der To-Do-Liste von Guy. Zum einen würde dies die Familie noch unabhängiger machen. Zum anderen ist so ein Outhouse auch ökologisch.

Kanadier, so habe ich erfahren, stehen auf Kompost-Klos. Immer wieder bin ich den üblicherweise aus Holz gebauten Hütten auf meinem Weg durchs Land begegnet – in privaten Gärten, vor allem aber auch zu Beginn der vielen Wanderwege, die meist Mitten im Nirgendwo beginnen.

Sägespäne in einer Holzkiste
Kompost-Klos funktionieren wie folgt: Statt auf Keramik sitzt man auf einer Holzkiste mit Klobrille. Die ist mit Sägespänen gefüllt. Nachdem man seine Notdurft erledigt hat, bedeckt man die Hinterlassenschaften einfach mit Sägespänen. Der Vorteil: Es stinkt nicht, alles baut sich selbst ab, und es ist kein Wasseranschluss für die Spülung nötig.

Bei den Fletchers haben wir ein solches Outhouse gebaut. Haben gemeinsam überlegt, wo es stehen soll, wie es aussehen könnte und wie groß es sein soll, damit man bequem sitzen kann. Ich lasse hier einfach Bilder sprechen.

Fertig geworden ist es während meines Aufenthalts leider nicht. Aber Guy und die Jungs bauen weiter daran, damit es bald einsatzbereit ist.

Guy hat seine Outdoor-Werkstatt aufgebaut.
Guy hat seine Outdoor-Werkstatt aufgebaut.
Guy sitzt schonmal Probe. Die Größe passt. Ich darf mit Sägen, Hämmern und Bohren.
Guy sitzt schonmal Probe. Die Größe passt. Ich darf mit Sägen, Hämmern und Bohren.
Dieses Outhouse steht im Garten von Bill und Dawn, meine ersten Wwoof-Gastgeber. Das ist sogar preisgekrönt. Das „Our Canada“-Magazin kürte es zu einem der Top-10 Outhouses in Kanada.
Dieses Outhouse steht im Garten von Bill und Dawn, meine ersten Wwoof-Gastgeber. Das ist sogar preisgekrönt. Das „Our Canada“-Magazin kürte es zu einem der Top-10 Outhouses in Kanada.

Übrigens: Auf der Frankfurter Sommerwerft sind jedes Jahr Kompostklos im Einsatz. Zum Händewaschen gibt es Wasser in Kanistern, das man mit einer Fußpumpe ins Waschbecken befördern kann.

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