Weißer Tempel

Die Super-Touri Chiang Rai-Tour

Mehr als einen Tag wollte ich nicht verbringen in Chiang Rai und habe mich deshalb für das Rundum-Sorglos-Paket eines Touranbieters entschieden. Also: einmal alles rund um Chiang Rai.


1. Wat Rong Khun – Weißer Tempel


Ein wenig – oder auch ein wenig mehr – erinnert der Weiße Tempel an das Schloss einer Eisprinzessin. Kurze Geschichte: Ende des 20. Jahrhunderts war der Original-Tempel in einem ziemlich schlechten Zustand. Ein lokaler Künstler, Chalermchai Kositpipat, entschied, den Tempel komplett neu zu bauen und mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Er sieht den Tempel als Gabe an Buddha und glaubt, dass ihn das Projekt unsterblich macht. Fertig gebaut ist der Tempel übrigens noch nicht. Laut Wikipedia soll das Bauwerk nicht vor 2070 fertig sein. Im Innenraum darf man keine Fotos machen. Die Motive an den Wänden sind aber durchaus zeitgenössisch: Die Minions, Michael Jackson, Spider Man und die Ereignisse vom 11. September werden hier unter anderem dargestellt.

2. Wat Rong Suea Ten – Blauer Tempel

Blauer Tempel

Ein Tempel ganz in Blau. Während der Weiße Tempel nicht geweiht ist, dürfen im Blauen Tempel buddhistische Zeremonien stattfinden. Der Neubau/Wiederaufbau wurde 2016 fertig gestellt.

3. Schwarzes Haus
Stand auf der Liste, ich habe an dieser Stelle aber Pause gemacht und kann deshalb nix weiter dazu sagen.

4. Karen-Stamm – die Langhalsfrauen

Langhals-Frauen

Die Angst vorm Corona-Virus ist auch beim Stamm der Karen angekommen. Mittels Masken versuchen sich die Frauen mit den langen Hälsen vor dem Virus zu schützen. Mal unabhängig davon stehe meinem Besuch dort zwiegespalten gegenüber. Nur wenige Mitreisende haben sich das „Dorf“ angesehen. Ich schreibe das in Anführungszeichen, weil das Dorf nicht ursprünglich ist. Vielmehr hat man es aufgebaut, um Touristen die Frauen mit den goldenen Ringen um Hals und Beine zu zeigen. Und das gleicht ehrlich gesagt einem menschlichen Zoo. Das Dorf ist eher Markt, auf dem Touris Souvenirs, Kleidung und Schals kaufen können. Und die Frauen? Das Bergvolk stammt ursprünglich aus dem Südosten von Myanmar und Vietnam. Wikipedia sagt, dass viele Frauen, die seit Ende der 80er Jahre von Myanmar nach Thailand geflüchtet sind, hier „vermarktet“ werden. Die Frauen sind also irgendwo auf Touristen angewiesen. Wer ein wenig Authentizität erwartet, wird enttäuscht.

Langhals-Frauen

Warum die Frauen Ringe tragen? Unser Guide erklärt, dass die Tradition die Frauen davor schützen sollte, von Männern anderer Stämme vergewaltigt zu werden. Die Ringe am Hals und an den Beinen sollten sie extrem entstellen und damit unattraktiv machen. Der Hals ist übrigens nicht länger, sondern die schweren Ringe drücken die Schultern herunter, was den Hals länger wirken lässt. Damit sich der Körper entsprechend anpasst, bekommen schon kleine Mädchen die Ringe angelegt.

5. Tee-Plantage

Teeplantage

Auf vielen Feldern im Norden Thailands wächst grüner Tee. Viele Plantagen bieten Kostproben an. Ob auch dieser Mönch Tee probiert hat, weiß ich nicht, Die Aussicht hat er jedenfalls genossen.

7. Affenbesuch

Affe

Die Monkey Cave, die Affenhöhle, war der nächste Stopp auf unserer Tour. Eine Höhle habe ich nicht entdeckt. Dafür jede Menge Affen, die auf die Leckereien der Touristen aus waren, die man gleich am Eingang kaufen konnte. Definitiv nicht mein Lieblingsstopp. Die Affen waren aggressiv, jeder Tourist erhielt einen Stock, mit dem er sich im Notfall gegen die Tiere zur Wehr setzen konnte, und vermutlich bekommen die Affen viel zu viel zu Essen, denn das können Touristen vor Ort kaufen und an die Affen verfüttern. Ich bin mir deshalb auch nicht sicher, ob die große Beule am Hals normal ist.

8. Chiang Saen – das Goldene Dreieck

Goldenes Dreieck

Hier treffen Thailand, Myanmar und Laos aufeinander. Landschaftlich einfach wunderschön. Hier gibt’s auch ein Opium-Museum, das erklärt, wie das Rauschmittel hergestellt wird, wie es verwendet und geschmuggelt wurde.

Fazit:
Am Ende des Tages war ich einfach nur platt – und ich habe beschlossen, dass ich solche Rundum-Sorglos-Pakete nicht mehr buchen werden. Nicht nur, weil man mit gefühlt 200 anderen Touristen in 20 Vans gleichzeitig am jeweilig nächsten Ziel ankommt. Auch, weil ich keine Zeit hatte, mal durchzuatmen, einen Ort auf mich wirken zu lassen. Bei einer selbst organisierten Anreise hätte ich zudem besser recherchiert und mich bewusst gegen Programmpunkte entschieden, die ich für Menschen und Tiere als unwürdig empfinde.

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