My subtenant will enjoy sitting on my sofa while I'm traveling.

Der wichtigste Mann in meinem Leben

Er ist 28 Jahre alt, Single, Nicht-Raucher, hat keine Haustiere und ist unglaublich sympathisch: mein Zwischenmieter.

Wenn ich nächstes Jahr von meiner Reise zurückkomme, bin ich vermutlich arbeitslos und nahezu pleite. Die ohnehin geringen Chancen, in Frankfurt eine Wohnung zu finden, sind damit gleich Null. Außerdem mag ich meine Wohnung wirklich sehr. Also: sehr! Die vergangenen 1,5 Jahre habe ich damit zugebracht, nach und nach ein gemütliches Wohnungsnest zu bauen. So ganz aufgeben möchte ich das nicht (und auch die dazugehörige Nachbarin nicht). Die Lösung: Ein Zwischenmieter muss her.

Eine Wohnungsanzeige für die üblichen Portale war schnell geschrieben. Und dann hieß es: warten. Und das ist ja meine allergrößte Stärke… 😉 Im ersten Monat passierte – nichts. Nur langsam landeten die ersten Anfragen in meinem Postfach. Ob ihr Schäferhund mit einziehen darf, fragte die eine, der nächste wollte mit Frau und zwei Kindern einziehen, die dritte sagte den vereinbarten Termin kurz vorher ab, um nach einer Woche um einen weiteren Termin zu bitten. Erm, well…

Hände zittern bei der Unterschrift
Dann gab es aber doch einen Besichtigungstermin. Der Wohnungsanwärter war ganz begeistert, fühlte sich sichtlich wohl, und eine ganze Weile gequatscht haben wir auch – über dies und das. Ich wollte schließlich jemand Zuverlässiges in meiner Wohnung wissen. Irgendwie merkt man doch immer schnell, wenn die Chemie stimmt. Und mein Gefühl blieb auch am nächsten Tag positiv. Dennoch gab es noch vier weitere Besichtigungen. Zwei sagten ab, weil sie nicht befristet wohnen wollten. Warum sie sich die Wohnung dennoch angesehen haben… keine Idee. Es blieb beim Ja zu Besucher Nummer eins.

Ich bin ehrlich: Ich habe den Mietvertrag mit zittrigen Händen unterschrieben. Die Unterschrift hat auch meine Reise besiegelt. Damit gab es keinen Weg mehr zurück. Die Entscheidung für Besucher Nummer eins hat sich bislang als absolut richtig herausgestellt. Ich darf aus seiner jüngsten E-Mail zitieren: „Brauchst du in irgendeiner Form noch Unterstützung, bevor für dich die Weltreise losgeht?“ So ein lieber Mensch. Da weiß ich meine Wohnung in guten Händen.

Erstaunlicherweise ist es mir nicht so schwergefallen, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es sich bald jemand anders auf meinem Sofa bequem macht. Aber es ist ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass ich nächstes Jahr wieder zurückkehren kann in mein gemütliches Nest.

Übrigens:
Wer seine Wohnung untervermieten möchte, braucht die schriftliche Erlaubnis des Vermieters.
Bei Mietverträgen kann man einiges falsch machen. Am besten von einem Profi gegenchecken lassen.

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